06. April 2018
Am Leuchtturm von Finisterre hatten wir kein Feuer gemacht, wie es für Pilger eigentlich üblich ist, die dort ihre zerschlissenen Pilgerkleider verbrennen, um dann ganz neu anzufangen. Wir haben statt dessen Zettel geschrieben, auf denen Dinge standen, die wir nicht wieder mit nach Hause nehmen wollten. Die haben wir dann am Strand verbrannt, was bei dem starken Wind gar nicht so einfach war. So haben wir uns vom Ende der Welt verabschiedet. Ursprünglich hatten wir geplant, noch drei Tage am...
04. April 2018
Nach dem Frühstück waren wir nochmal in der Kathedrale, dort haben wir Birgit getroffen und nett geplaudert. Es ist schon phänomenal, dass man in Santiago die anderen Pilger irgendwie immer wiedersieht. Unser Auto haben wir ein Weilchen suchen müssen. Das Parkhaus hatte unzählige Eingänge und Treppen und das Ticket musste in einem Stockwerk bezahlt werden, das nicht existierte. Wir hatten uns unterwegs Churros mit heißer Schokolade (so gut, aber nur in Maßen genießbar!) geholt. Waren...
03. April 2018
Der Tag ging ganz gemütlich mit leckerem Frühstück in Labacolla los. Wir hatten ja nur noch 10km vor uns und planten zwar ganz grob, zur Pilgermesse um 12 Uhr in Santiago zu sein, aber ohne uns verrückt zu machen. Labacolla heißt übrigens auf deutsch „wasch dir den Hintern“, denn hier mussten die Pilger baden, bevor sie nach Santiago weiter gewandert sind. Nach der Waschstelle ging es mal wieder hoch und direkt eknige kleine Dörfer, vorbei an einer Webcam, in die Oli, mein Mann...
02. April 2018
Was für ein Tag. Typisch fürs Pilgern war, dass wir ständig was Organisieren mussten. Nach etwa 5km habe ich bemerkt, dass ich meine Kette mit Kreuz und Muschel, die mich schon auf der letzten Pilgerreise begleitet hatte, auf dem Nachttisch in der Pension in Arzua hatte liegen lassen. Also habe ich dort angerufen, damit sie es nicht wegwerfen, sondern für mich aufheben oder nachschicken.Die Hexe (sie sah wirklich so aus) hinter der Theke, die wir ja beim Frühstück schon kennen gelernt...
01. April 2018
Irgendwie habe ich mir gar nicht klar gemacht, dass heute 29km vor uns lagen. Das war schon viel irgendwie. Aber bei schönem Wetter und schöner Landschaft geht’s schon. Mein Mittags-Tief hat Lisa versucht mit dem Zitieren von Schwanensee Texten zu überbrücken. Wir haben dann versucht, zweistimmig zu singen, uns schlapp gelacht, weil wir das nicht können und sind halt immer weiter marschiert. In der deutschen Bar haben wir lieber so getan, als ob wir nicht deutsch wären. Bisschen was zum...
31. März 2018
Der Tag heute war viel netter zu uns. Gestern ist wohl kein Maßstab. Leider waren Rucksäcke und Schuhe heute morgen noch nicht trocken, die würden erst noch geföhnt, bevor wir los sind. Dann hatten wir bald einen kleinen Schock, weil wir uns wie auf einem Pilger-Highway fühlten. Es gab fast Stau, so viele Menschen liefen hintereinander her. Furchtbar. Echt viel zu viel. Eigenartigerweise waren die alle plötzlich weg und wir wieder fast allein. Beim Kaffee haben wir Laura aus Irland...
30. März 2018
Herrje. Da dachten wir in Sarria noch, dass das ein toller Tag wird. Bald fing es an zu regnen. Ok. Nicht so schlimm. Der Regen wurde stärker. Blöd. Kalt war es sowieso. Dann kamen diese wunderschönen dicken Schneeflocken dazu, über die man sich unglaublich freut, wenn man mit einer heißen Schokolade am Kamin sitzt. Nicht von oben übrigens, sondern schräg von hinten links. Hatte ich den kalten Wind erwähnt? Mach einer kurzen Kaffeepause am 100km Stein fing es an zu donnern. Da haben wir...
29. März 2018
Das Aufstehen tat gar nicht so weh wie erwartet, der Weg ging aber erst mal ziemlich bergauf. Aua. In Bachbetten, durch liebliche Täler und langgezogenen Asphaltstraßen haben wir uns so durch die Landschaft geschlängelt, dabei alle Lieder gesungen, die uns auswendig eingefallen sind und sind schließlich in Sarria gelandet. Hier haben wir erst mal eine Pause eingelegt, bevor wir noch eine Runde durch den Ort geschlendert sind und uns haben nass regnen lassen. Wegen des Wetters haben wir den...
29. März 2018
Der Wetterbericht war ziemlich übel, also haben wir versucht, etwas früher los zu gehen. Naja. Immerhin schon um 9:00 Uhr. Die ersten 8km gingen steil bergauf zum O Cebreiro und wir konnten uns die ganze Zeit einbilden, dass es nur der Nebel ist, der alles so feucht macht. Irgendwann gab es mehr Schnee, dann richtig viel und dann waren wir oben. Nachdem wir den heiligen Gral in der Kirche besichtigt hatten, gab es eine Kaffee und eine sehr leckere tortilla, bevor wir uns auf die Suche nach...
27. März 2018
Gestern Abend durften wir aus unserem Zimmer noch die Prozession sehen, die gibt es in der Semana Santa (Karwoche) jeden Abend. Heute morgen ging es dann richtig los. Noch relativ gemäßigt und nicht besonders schön sind wir viel an der Straße entlang gelaufen. Immerhin ist das Wetter wirklich toll. Sonne und angenehm warm. Das ändert sich morgen voraussichtlich, denn auf dem Cebreiro soll 1m Schnee liegen. Unsere Unterkunft ist wunderschön und jetzt machen wir gleich zum ersten Mal große...

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